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Fragen zu RFID

Häufig gestellte Fragen zu RFID.

Kann ich durch RFID deutschlandweit lokalisiert werden?
RFID-Transponder können nicht aus der Ferne, z. B. über Satellit geortet werden. Sie können nur von Lesegeräten lokalisiert werden, deren Reichweite sehr begrenzt ist. Bei passiven Transpondern werden höchstens zehn Meter erreicht. In der Realität befinden sich schnell Metall, Wasser oder Störfrequenzen zwischen dem Transponder und dem Lesegerät und verhindern darüber hinaus das Auslesen. Schon eine Person zwischen Transponder und Lesegerät kann durch den hohen Wasseranteil im Körper das Auslesen verhindern. Das Lesegerät kann zudem nur feststellen, ob sich ein Transponder irgendwo im Lesefeld befindet. Eine genauere Lokalisierung ist nicht möglich. Je größer die Reichweite ist, desto ungenauer ist also auch die Verortung. Nur durch sehr viele Lesegeräte können Transponder relativ genau geortet werden; so wird beispielsweise durch Transponder in der Schutzkleidung der Aufenthalt von Personen in Gefahrenzonen sicherer. Aktive Transponder können auf Distanzen bis zu mehreren Hundert Metern gelesen werden. Sie sind dann aber auch schnell so groß und teuer wie ein Mobiltelefon.

 

Werden Produkte mit aktiviertem Transponder an der Kasse im nächsten Geschäft wieder berechnet?
Im Einzelhandel werden Transponder mit dem EPC-Code eingesetzt. Dieser ordnet jedem Produkt einen eindeutigen Zahlencode zu. So erkennt die Kasse, ob der Code in der eigenen Datenbank hinterlegt ist, also zum Warenbestand des Geschäfts gehört und folglich identifiziert und berechnet werden muss.


Ermöglichen Transponder, die heute zum Diebstahlschutz eingesetzt werden, Informationen über den Käufer zu sammeln?
Transponder, die heute im Einzelhandel zum Diebstahlschutz eingesetzt werden, besitzen nur die eine Information: bezahlt oder nicht bezahlt. Weitere Informationen kann ein Geschäft mit ihnen nicht generieren.

 

Kreiert RFID den gläsernen Verbraucher?
RFID-Transponder zur Produktkennzeichnung enthalten keine personenbezogenen Daten und können diese auch nicht speichern. Im Normalfall enthalten Transponder nur Produktnummern. Erst durch eine Zusammenführung mit personenbezogenen Daten können Kaufverhalten und Kunden zusammengebracht werden. Dies passiert beispielsweise bei Vorlage einer Kundenkarte an der Kasse. Dies passiert aber auch heute schon mit Barcode-Technologie und ist im Übrigen rechtlich auch nur erlaubt, wenn der Kunde vorher schriftlich eingewilligt hat.

Bewegungsprofile, also wie lange der Kunde in welchem Geschäft verweilt hat, wie von vielen Kritikern befürchtet, sind sehr unwahrscheinlich, da konkurrierende Unternehmen ihre Daten nicht ohne Weiteres miteinander austauschen werden und unerlaubte Speicherung und Weitergabe gesetzlich verboten sind. Zudem ist davon auszugehen, dass sich im Handel UHF durchsetzen wird, während in anderen Bereichen wie beispielsweise dem ÖPNV die Tendenz zu HF geht. So können die unterschiedlichen Transponder schon technisch gar nicht an anderer Stelle ausgelesen werden.

 

Wenn ich mit RFID-Transpondern gekennzeichnete Produkte kaufe, kennt dann das Geschäft automatisch mein Einkaufsverhalten?
Wenn ein Kunde mit RFID gekennzeichnete Produkte kauft, erfährt das Geschäft erst einmal nichts über diesen. Selbst wenn er durch die Bezahlung mit einer EC- oder Kreditkarte seine Identität preisgibt, dürfen diese Informationen nicht ohne seine Einwilligung mit den Einkaufsdaten in Verbindung gebracht werden. Nur nach vorheriger schriftlicher Einwilligung des Kunden, wie sie beispielsweise bei der Nutzung von Kundenkarten erfolgt, darf das Geschäft das Einkaufsverhalten analysieren. Dies ist heute aber schon genauso mit dem Barcode möglich.

 

Wann werde ich endlich ohne Warten an der Kasse einkaufen können?
Das Szenario ist mittlerweile bekannt: Anstatt die Ware aufs Band zu legen, schiebt der Kunde den Einkaufswagen einfach langsam an der Kasse vorbei. Dabei wird der Inhalt des Einkaufswagens ausgelesen und der Kunde kann im Anschluss den Betrag einfach mit seiner Geld- oder EC-Karte zahlen. Warteschlangen an der Kasse sollen damit der Vergangenheit angehören. Bis dieses Szenario Realität wird, werden wahrscheinlich noch zehn bis fünfzehn Jahre vergehen.

Bisher werden Produkte in Supermärkten nur zur Diebstahlsicherung mit einfachen Transpondern versehen. Im METRO Future Store in Rheinberg werden heute schon im Rahmen eines Pilotprojektes drei Produkte mit Transpondern versehen, die auch an der Kasse gelesen werden können. Bislang sind die Transponder aber noch zu teuer, um auf jedes Produkt geklebt zu werden. Zudem müssen noch technische Hürden genommen werden. Beispielsweise dürften Einkaufswagen nicht mehr aus Metall sein, da sonst das Auslesen nicht möglich ist, und die Leserate müsste in jeder Kassensituation 100-prozentige Ergebnisse erzielen. Diese Probleme werden aber sicherlich in den nächsten Jahren gelöst werden.

 

Werden alle Kassierer arbeitslos?
Wenn es in zehn bis fünfzehn Jahren Kassen mit RFID-Lesern geben wird, werden diese sicherlich nicht sofort alle herkömmlichen Kassen ersetzen, sondern ein Zusatzangebot darstellen. Sollte dies aber von den Kunden gut angenommen werden, werden sicherlich weniger Kassierer benötigt. Die Angestellten könnten dann beispielsweise zur Kundenbetreuung eingesetzt werden. Zudem würde mehr technisches Personal für die Wartung der Geräte notwendig.

 

Können Transponder ausgeschaltet oder sonst gegen unbefugtes Auslesen geschützt werden?
Transponder der zweiten Generation, die gerade im Einzelhandel erprobt werden, besitzen eine sogenannte  Kill-Funktion. Ein Lesegerät kann diese Funktion aktivieren und damit die Daten des Chips löschen. Bis Transponder in der Breite eingeführt werden, werden aber wahrscheinlich noch andere Möglichkeiten entwickelt werden, um die Deaktivierung der Chips auf Wunsch des Kunden zu ermöglichen.

Transponder können auch durch technische Schutzmaßnahmen gegen unbefugtes Auslesen geschützt werden. Durch Verschlüsselung oder Passwortschutz sind die Informationen nur noch für berechtigte Lesegeräte auszulesen. Es wird aber auch über ganz andere Wege nachgedacht. IBM hat beispielsweise einen Transponder entwickelt, bei dem die Verbindung zwischen Chip und Antenne durch einfaches Abreißen getrennt werden kann. So bleiben die Daten auf dem Chip erhalten, das Auslesen aus der Entfernung wird aber unmöglich.

 

Sind RFID-Transponder überhaupt sicher? Man liest immer wieder über Viren oder Hackerangriffe auf Chips.
Das Virenexperiment wurde unter Laborbedingungen mit Hilfe einer künstlich hergestellten Schwachstelle durchgeführt. RFID-Chips haben – im Gegensatz zu PC-Betriebssystemen – nur geringen Speicherplatz; komplizierte Viren lassen sich darüber nicht verbreiten.

Verschlüsselungstechnologie, Passwörter etc. stehen auch im Bereich RFID als Schutz gegen Angriffe zur Verfügung. So ist z.B. der deutsche e-Pass durch eine 224-bit Verschlüsselung gegen unbefugtes Auslesen und Manipulationen geschützt.

 

Geht von Transpondern gefährliche Strahlung aus?
Passive Transponder besitzen keine eigene Energiequelle und können nur die Funksignale der Lesegeräte reflektieren. Von ihnen geht also keine Strahlung aus. Aktive Transponder senden mit sehr geringer Leistung, die weit unter jedem Grenzwert liegt, und senden oft nur mit zeitlichen Abständen. Zudem sind aktive Transponder relativ selten.

 

Welche Vorteile hat der Verbraucher eigentlich von der neuen Technologie?
Verbraucher profitieren schon heute an vielen Stellen von der modernen Technologie. An Skiliften können sie schneller und komfortabler einchecken. Im Fitnesscenter stellen sich die Trainingsgeräte automatisch auf den Trainingsplan der Nutzer ein, an der Bar können sie bargeldlos zahlen. Beim Marathonlauf oder in Trainingsparcours wird automatisch die Zeit gemessen. In Bussen oder Straßenbahnen wird einfach nur die Karte beim Ein- und Aussteigen am Lesegerät vorbeigeführt; am Monatsende erfolgt eine Abrechnung automatisch nach den günstigsten Tarifen. In Bibliotheken können die Bücher selbständig entliehen und 24 Stunden am Tag zurückgegeben werden. Entlaufene Tiere können leichter identifiziert werden. Automatische Wegfahrsperren schützen Autos gegen Diebstahl.

Aber die Technologie steht noch am Anfang. Bislang wird RFID schwerpunktmäßig in Bereichen eingesetzt, mit denen der Verbraucher weniger in Berührung kommt: Logistik, Transport oder Produktionssteuerung. Doch ständig werden neue, innovative Ideen entwickelt, die das Leben zukünftig sicherer und angenehmer gestalten werden.